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STELLUNGNAHME DES PRÄSIDENTEN

Liebe SRAM Gemeinschaft,

Bei SRAM glauben wir an die Kraft der Fahrräder. Unsere Mission ist es, Komponenten zu entwickeln und Erlebnisse zu schaffen, die den Nutzer begeistern und somit das Potenzial am Radfahren steigen lässt.

Wir wissen, dass Du diese Leidenschaft mit uns teilst und dass Radfahren für dich mehr als ein Hobby ist – es ist eine Lebenseinstellung.

Bei einem OEM Ride Camp im Oktober 2013 in Deutschland entdeckten wir ein Qualitätsproblem bei unseren neuen hydraulischen Bremsen für Rennräder. Wir analysierten die Ursache und stellten fest, dass eine von uns nicht autorisierte Prozessänderung bei einem unserer Zulieferer, Grund für den Fehler war. Dies betraf etwa 4.000 der 38.000 Systeme die wir bis dato gefertigt hatten. Wir waren in der Lage, den Datumsbereich, in dem die Prozessänderung erfolgte, zu ermitteln. So konnten wir die meisten Produkte vor der Auslieferung zum Kunden zurückrufen.

Am vergangenen Wochenende läuteten bei uns wieder die Alarmglocken. Uns erreichten eine Reihe von Berichten, die über Bremsversagen bei Crossrennen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt berichteten. Wir untersuchten diese Ausfälle und stellten fest, dass die Dichtungen, die wir verwenden, bei extremer Kälte nicht dem Druck stand halten und somit die Bremskraft verloren geht. Wir konnten den Fehler bei Tests nachstellen.

Am Freitag den 13. Dezember 2013 beschlossen wir, dass wir schnell reagieren müssen. Wir informierten die Querfeldein-Gemeinschaft, das Produkt nicht mehr zu verwenden und leiteten einen kompletten Rückruf ein. Sicherheit steht für uns an erster Stelle. Wir arbeiten mit der US CPSC und anderen weltweiten Behörden daran, diesen Rückruf aus Sicherheitsgründen mit allen lokalen Gesetzen und Vorschriften korrekt anzumelden.

Diese Rückrufaktion beläuft sich auf alle 38.000 bisher gefertigten Systeme. Bei jeweils zwei Systemen pro Rennrad hat das möglicherweise Auswirkung auf 19.000 Fahrräder. Unserer Einschätzung nach sind von diesen 19.000 Rennrädern etwa 5.000 in den Händen von Endkunden. Hoffentlich geht diese Zahl bei näherer Prüfung noch etwas nach unten. Die Anzahl an Rädern die noch auf Lager oder bei Fachhändlern sind, muss noch ermittelt werden.

Bei diesen Rädern handelt es sich um Produkte der Oberklasse, welche bei Top-Händlern vertrieben werden. Dadurch ist es für uns ein besonders schwieriger Rückruf. Anders als es beispielsweise bei einem Laufrad-Rückruf wäre, kaufen viele Endkunden diese Rennräder mit der Hydraulikbremse als Hauptmerkmal. Hier kann man nicht einfach den Schnellspanner öffnen, ein anderes Laufrad einsetzen und zurück auf die Strecke gehen. Sie haben diese Investition in ihr Fahrrad und ihren Sport getätigt, um dieses Produkt fahren zu können. Somit wollen Sie ein Ersatzprodukt. Der Plan für ein Ersatzprodukt sieht voraussichtlich vor, dass vorübergehend eine mechanische Scheibenbremse an die Räder montiert wird, gefolgt von der verbesserten Hydraulikbremse. Dieses Szenario ist extrem unbefriedigend für die Radfahrer, Händler und Fahrradhersteller und die Neuinstallationen werden Frustration auslösen sowie Potenzial für Fehler bieten.

Die Störung wird am meisten auf der persönlichen Ebene von Radfahrern und Händlern, die unsere Komponenten aufgrund unserer Technologien und unserem Markenversprechen gekauft haben, zu spüren sein. Sie zählten auf uns und wir haben sie enttäuscht, ihr Vertrauen erschüttert und ihr Sportlerleben oder ihr Geschäft gestört. Unser Unternehmen hat sich auf die Fahnen geschrieben, Hochleistungsprodukte zu entwickeln. Diese Entscheidung birgt ein gewisses Risiko und wir haben diesmal eine sehr schmerzhafte Stelle getroffen.

Fahrradhersteller, Händler und Verbraucher werden wütend auf SRAM sein.

Wir werden nach weiteren Fehlern suchen, diese analysieren und eine komplette Überarbeitung vorantreiben. Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir aber noch nicht, wann diese abgeschlossen sein wird.

Ich leite ein tägliches Team Meeting, bei dem wir einen Wiederherstellungs- und Ersatzplan für die einzelnen Kanäle und den Kunden erarbeiten. Unruhe wird vor allem zu erwarten sein, da wir nicht sofort Ersatzprodukte zur Verfügung haben und nicht wissen, wann die Produktion der hydraulischen Produkte wieder anlaufen wird.

Die Kosten werden hoch sein. Wir wissen nicht, wie dieser Rückruf ausgehen wird. Wir müssen das Maximum aus uns herausholen, um unsere Marke und unser Ansehen bewahren zu können.

Als Teil unserer Unternehmensstrategie werden wir weiterhin an der Verbesserung unserer Qualität arbeiten. Diese werden wir von nun an in unseren operativen Entscheidungen priorisieren. Wir haben bisher in den letzten Jahren einen langen Weg hinter uns gebracht und wir müssen daran weiterhin arbeiten.

In den nächsten Wochen werden wir regelmäßig auf dieser Webseite aktuelle technische und kundenspezifische Informationen zur Rückrufaktion veröffentlichen. Ich möchte alle ermutigen, diese Berichten zu verfolgen, so dass wir alle auf dem aktuellsten Stand sind. Wenn wir weitere hilfreiche Informationen haben, werden diese natürlich ebenfalls publiziert.

Im Auftrag der mehr als 3.000 Mitarbeiter von SRAM entschuldige ich mich aufrichtig für diese Situation. Wir werden alles tun, um das Vertrauen und das Ansehen zurückzugewinnen.

Stan Day

Präsident von SRAM LLC