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Aktuelles zum Rückruf der hydraulischen Rennradbremsen von SRAM – 06. März 2014

SRAM-Präsident Stan Day liefert ein Update zum Rückruf. Darin bestätigt er das geplante Auslieferungsdatum der neuen hydraulischen Rennradbremsen des Modelljahres 2015, erklärt die mechanischen Fehler des bisherigen Bremssystems und zeigt die Besonderheiten des neuen Produkts auf.

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Ich bin Stan Day und ich bin Präsident der SRAM Corporation. Ich möchte Sie über die Neuigkeiten unseres Hydro R – Wiederherstellungsplans informieren. Wie bereits im Januar erwähnt, planen wir, unser neues Produkt für das Modelljahr 2015 in der zweiten Aprilhälfte 2014 auszuliefern. Dabei haben diejenigen, die bereits Fahrräder mit Hydro besitzen, höchste Priorität.

Wir haben unsere Fehleranalyse abgeschlossen. Ich möchte Ihnen berichten, was passiert ist und Ihnen die Merkmale unserer neuen Version für das Modelljahr 2015 vorstellen.

Es gab zwei mechanische Probleme, die bewirkten, dass Luft in das Bremssystem eindrang, der Bremsdruck abfiel und die Bremse schließlich versagte. Bei extremer Kälte verhärten sich die Dichtungen des Systems und werden weniger biegsam, weshalb das Problem im Dezember gehäuft auftrat.

Das erste mechanische Problem war, dass die Hauptzylinderbohrung nicht zylindrisch war. Die Teileherstellung konnte mit unseren Fertigungsprozessparametern nicht angemessen kontrolliert werden. Deshalb wies die Bohrung eine ovale Form auf, die von der Dichtung nicht mehr kompensiert werden konnte. Dies war insbesondere dann der Fall, wenn die Dichtung bei extremer Kälte ihre Biegsamkeit verlor.

Des Weiteren erkannten wir noch einen Schwachpunkt, bei dem das System einen übermäßigen negativen Druck im Bremsflüssigkeitsreservoir erzeugte. In kontrolliertem Maße wirkt sich der negative Druck nicht auf die Bremsen aus – leider konnten wir ihn nicht kontrollieren. Wir bewegten uns außerhalb des Bereichs, den die Dichtung vor allem bei der extremen Kälte noch kompensieren konnte. Dies führte dazu, dass Luft in das System eindrang.

Diese zwei Probleme in Kombination mit der normalen schwankenden Fertigungstoleranz konnten zudem ein Systemversagen bei warmen Temperaturen verursachen. Deshalb haben wir jeden Fahrer aufgefordert, die Bremsen nicht mehr zu verwenden.

Diese Fehler konnten bei unseren neuen Produkten für das Modelljahr 2015 behoben werden. Zudem haben wir noch weitere Verbesserungen für die Produktion im zweiten Jahr vorgenommen.

Zum Beispiel:

1. Das vollkommen neue Hebelkörperdesign ist ergonomischer, leichter, sorgt für eine bessere Abdichtung an allen wichtigen Stellen und ermöglicht eine bessere Schaltzugführung. Das neue Design der Entlüftungsöffnungen sorgt für eine bessere Abdichtung und erleichtert den Zugang.

2. Eine neue Bremssattelfeder erleichtert das Öffnen des Bremssattels und verringert den Hebelweg.

3. Haben wir unsere Testverfahren verändert. Bislang wurden alle unsere zurückgerufenen Bremsen einem Praxistest bei kaltem Wetter unterzogen. Und glauben Sie mir, unsere Testfahrer dachten, wir hätten genug eingefrorene Hände und Füße geopfert, um die Tests angemessen abschließen zu können. Für das neue Produkt haben wir eine Reihe von Labortests in Klimakammern durchgeführt. Wir unterziehen dieses Design Belastungstests bei Temperaturen von -20 °C bis +46 °C.

Ich habe viele persönliche Gespräche mit Benutzern geführt und Feedback über unsere Websites und von gesponserten Sportlern bekommen. Demnach sind sich fast alle einig, dass sie zu hydraulischen Bremsen zurückkehren wollen.

Die Radfahrer wünschen sich die Hydro zurück.

Wir freuen uns, in der zweiten Aprilhälfte mit der Auslieferung dieser neuen Systeme beginnen zu können und sind zuversichtlich, dass Sie von ihrer Leistung begeistert sein werden.

Ich möchte mich im Namen der 3000 SRAM-Mitarbeiter für Ihre Unterstützung bei diesem Problem bedanken. Sie können sicher sein, dass wir unser Möglichstes tun, damit Sie sich bald wieder auf Ihr Rad setzen können.

Vielen Dank.